Salmrohr gewinnt Spitzenspiel

Foto: Sebastian Schwarz

Der FSV Salmrohr hat am Samstagnachmittag 4:1 gegen den SC Hauenstein gewonnen und damit den Relegationsplatz in der Oberliga verteidigt.

Bis zur 70. Minute war das Spiel ein offener Schlagabtausch mit einem absolut ungewissen Ausgang.

Salmrohr. Sie können’s noch! Der FSV hat im Spitzenspiel in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar den Mitfavoriten um den zweiten Platz, den SC Hauenstein, am Samstag im Salmtalstadion mit 4:1 (1:1) besiegt.

Das Ergebnis sei “um das eine oder andere Tor zu hoch” ausgefallen, gab Salmrohrs Trainer Uwe Schüller nach dem Spiel zu. Tatsächlich: Nach einem offenen Schlagabtausch mit einem leichten Plus für Hauenstein stand es bis zur 70. Minute noch 1:1. Nach einem Fehlpass war in der 11. Minute die Führung für Hauenstein gefallen, Umgehend (12.) glich Salmrohr durch Pascal Meschak wieder aus. Durch eine kuriose angebliche Abseitsfalle des SCH bei einem Einwurf machte Julian Bidon dann in der 71. Minute das 2:1, kurz darauf erhöhte Dominik Kinscher auf 3:1 und in der Nachspielzeit legte der eingewechselte Sebastian Schäfer nach.

Der FSV Salmrohr war nur mit zwölf Oberliga-Feldspielern angetreten, hatte noch einen A-Jugend-Spieler und einen kurzfristig mit einer Spielerlaubnis ausgestatteten Spieler der B-Liga-Mannschaft auf der Bank. Neben den beiden Verletzten, Tobias Baier und Matthas Fischer, fehlte auch Abwehrspieler Fabio Fuhs. Er wird nicht mehr für den FSV Salmrohr spielen, ist unter der Woche von Trainer Schüller suspendiert worden.

Uwe Schüller sagte bei der Pressekonferenz nach dem Spiel auf FuPa-Anfrage hin: “Das ist eine ganz einfache Sache: Es gibt – wie in einer Schulklasse oder in einem Unternehmen auch – hier und da Meinungsverschiedenheiten, die man über Wochen eben nicht vernünftig klären kann.” Wenn man glaube, dass diese Meinungsverschiedenheiten so weit auseinander gingen, dass “das in der jetzigen Situation nicht zuträglich ist für die Situation des Vereins und insbesondere die der Mannschaft”, so Schüller weiter, “dann muss man eine Entscheidung treffen. Diese Entscheidung habe ich getroffen. Ich habe den Spieler aufgrund dieser Differenzen der vergangenen Wochen vom Training und vom Spielbetrieb freigestellt.” Natürlich werde der Spieler der Mannschaft fehlen, sagte Schüller, aber  die Entscheidung sei notwendig gewesen.

Der FSV Salmrohr hat unterdessen seine Bewerbung für die Regionalligalizenz abgegeben. Geschäftsführer Thomas Kröffges sagte: “Wir haben die Unterlagen für die Regionalliga beim Verband eingereicht. Wir haben die Rückmeldung, dass die Unterlagen fristgerecht und ordnungsgemäß eingegangen sind. Die Überprüfung wird natürlich erst in den kommenden Wochen erfolgen.”

 

Spielbericht FSV Salmrohr – SC Hauenstein 4:1 (1:1):

In der ersten Halbzeit war für beide Seiten alles drin. Nach 11 Minuten machten aber die Gäste aus der Pfalz das Tor zur Führung. Nach einem schrecklichen Fehlpass von Salmrohrs Verteidiger Lars Schäfer machte sich SCH-Spieler Felix Burkhard auf und davon, nahm Florian Cordier mit. Cordier hatte nach Burkhards Pass keine Mühe, an FSV-Torwart Sebastian Grub vorbei einzunetzen.

Aber die Antwort kam prompt: Nach dem Anstoß machte sich FSV-Verteidiger Pascal Meschak wie aus dem Nichts mit dem Ball nach vorne, hatte wegen gutem Hauensteiner Stellungsspiel aber keine Anspielstaion. Meschak drehte sich zweimal um 180 Grad, zog aus 25 Metern ab und traf direkt – 1:1 (12.). Salmrohrs Trainer Uwe Schüller sagte: “Entscheidend war sicherlich, dass wir unmittelbar nach dem 0:1 das 1:1 machen konnten. Das war ganz entscheidend für die Moral der Mannschaft.”

Einen Sieger auszumachen war danach schwer. Hauenstein hatte vor allem körperlich ein Plus, gewann von den wenigen Kopfballduellen den Großteil, holte sich auch die meisten Zweikämpfe.

“Das Spiel war in der ersten Halbzeit eins, bei dem Kleinigkeiten das Spiel hätten entscheiden können. Hauenstein war sicher ein Stück weit mehr in Ballbesitz. Das wussten wir und das wollten wir aber auch genau so”, sagte FSV-Trainer Uwe Schüller. “Wir waren so eingestellt – das war die Taktik aus dem Hinspiel, wo wir damit großen Erfolg hatten –, dass wir die zentralen Bereiche verengen und dass wir daraus Kontersituationen entwickeln. Das haben wir sehr gut umgesetzt. Da hatten wir in der ersten Halbzeit schon die eine oder andere hervorragende Torchance.”

Das Spiel blieb bis zur Halbzeitpause absolut offen, Matondo Makiadi für den FSV sowie Max Knorn und Kapitän Paul Guillaume für den SCH hatten noch Großchancen. Makiadi kam in der 17. Minute zu spät, hätte nach einem von SCH-Torwart Raphael Marhöfer abgeblockten Ball (geschossen von Dominik Kinscher) schießen müssen. Die Hauensteiner hatten zweimal Aluminium-Pech: Knorn haute den Ball an die Latte (29.) und Guillaume köpfte in einer brenzligen Situation im Salmrohrer Strafraum an den Außenpfosten.

Nach der Pause wurde das Spiel schlechter. Vor allem auf Salmrohrer Seite. Aber auch Hauenstein kam nicht mit vollem Elan aus der Kabine. Beobachtern und Spielern war klar: “Wer das 2:1 schießt, gewinnt das Spiel”, sagte Salmrohrs Mittelfeldspieler Alexander Adrian, der nach seiner Bänderverletzung erstmals wieder von Beginn an auflief, nach der Partie.

Sascha Hildmann, Trainer der Gäste, analysierte: “Nach der Pause haben wir versucht, weiter Fußball zu spielen. Es war nicht mehr so gut wie in der ersten Hälfte. Es war dann eher ein Stückwerk. Von beiden Teams.”

FSV-Nachwuchstalent Dominik Kinscher, bester Salmrohrer Spieler auf dem Platz,  hatte kurz nach dem Wiederanpfiff die erste Chance, zog aus 25 Metern ab, aber zu hoch und zu weit rechts (47.). Salmrohr kam durch Julian Bidon per Ecke und Matondo Makiadi über links nochmal in die Nähe des Hauensteiner Tors, aber war zu ungefährlich. Hauenstein wurde mehrmals am und im Salmrohrer Strafraum gestoppt, hatte insgesamt in dieser Phase deutlich mehr Ballkontakte und mehr Druck nach vorne. Der FSV hätte über Konter Chancen haben können.

Aber zwei Standardsituationen brachten ein Beinahe-Tor und den erhofften Treffer für Salmrohr: Zuerst zirkelte Julian Bidon einen Freistoß ganz knapp am langen Pfosten vorbei (69.), dann war es der schnell ausgeführte Einwurf von Matondo Makiadi, der bei Bidon landete. Der hob aus mehr als 25 Metern den Ball über den viel zu weit draußen stehenden Gäste-Keeper in den Kasten (71.). Kurios: Hauenstein hatte beim Einwurf auf Abseits gespielt. Sascha Hildmann von Hauenstein: “Dass man auf Abseits spielt bei einem Einwurf, das habe ich persönlich noch nie erlebt. Meine Spieler müssen glaube ich die Regelkunde noch mal neu erlernen. Das ist natürlich ein Geschenk für Salmrohr. Der Spieler nutzt das, der Torwart steht dann natürlich noch viel viel zu hoch. Da kommt dann alles zusammen.” Auch Uwe Schüller war etwas verblüfft: “Dass man in der Pfalz noch nicht gehört hat, dass es bei Einwurf kein Abseits gibt, das hat uns natürlich unheimlich gefreut. Und dass Matondo Einwürfe hat, wie ich früher lange Bälle schlagen konnte, hat uns auch gefreut. Das war glücklich in der Situation, aber das haben wir kontrolliert nach Hause gespielt.”

Nur zwei Minuten später war es dann der schnelle 17-Jährige Kinscher, der das Ausrufezeichen setzte: In einem Blitzangriff passte Bidon auf Kinscher, der stand sehr abseitsverdächtig in der Hauensteiner Hälfte, aber es gab keinen Pfiff und keine Fahne des Gespanns um den eigentlich souveränen Timo Klein (Wiebelskirchen). Kinscher spielte SCH-Torwart Marhöfer aus und lief mit dem Ball unverfolgt und unter fassungslosen Hauensteiner Blicken mit dem Leder ins Tor – 3:1 (74.). “Da waren wir dann völlig von der Rolle und kassieren das Dritte Tor”, sagte Hildmann im Rückblick.

Am SCH-Strafraum gab es noch eine strittige Szene: Keeper Marhöfer war offenbar an der Schulter schon angeschlagen, spielte aber weiter. Er foulte unter anderem FSV-Angreifer Robin Mertinitz Notbremsenverdächtig außerhalb des Straftraums. Es gab nur Gelb für den Torwart, der durch den Zusammenprall einen weiteren Schlag abbekam.

Mertinitz hatte das 4:1 zunächst auf dem Fuß (86.), als Kinscher lang auf Bidon passte, der kurz Petersch auf rechts mitnahm. Petersch prallte mit Marhöfer zusammen, beide blieben liegen, aber kein Pfiff kam. Mertinitz bekam den rollenden Ball, zog frei ab, traf aber mit voller Wucht nur das Lattenkreuz statt den Kasten.

Sebastian Schäfer hatte in der Nachspielzeit gegen einen taumelnden Marhöfer keine Mühe, nachdem Adrian von der Salmrohrer Torlinie lang auf Kinscher passte, der den freien Raum querte und Bidon suchte und letzterer aus Schäfer ablegte – 4:1 (90.+2).

Raphael Marhöfer ist nach dem Spiel vom Rettungsdienst behandelt worden, hat bei mehreren Zusammenstößen offenbar Verletzungen erlitten. Nach Auskunft des SCH trat er aber mit der Mannschaft im Bus die Heimreise in die Pfalz an und ließ sich in Pirmasens im Krankenhaus nochmals eingehend untersuchen.

FSV-Trainer lobte nach dem Spiel ausführlich seine Mannschaft: “Es ist glaube ich nachvollziehbar, dass wir alle, Verein, Trainer, und die Mannschaft, wirklich super zufrieden sein können und glücklich sein können, vor allem in der aktuellen Situation. Das Ergebnis ist sicher um das eine oder andere Tor zu hoch ausgefallen. Aber was ich der Mannschaft vor dem Spiel gesagt habe, war gerade nach der sehr bitteren Niederlage in Burgbrohl am vorigen Wochenende, dass diese Mannschaft einen riesigen Respekt verdient hat und dass alle Beteiligten stolz darauf sein können, was diese Mannschaft für den Verein in den vergangenen Wochen erreicht hat. Wenn ich sehe, dass wir heute nur noch zwölf einsatzfähige Oberligafeldspieler im Kader hatten und wir heute morgen noch um Viertel nach Acht eine Spielberechtigung für einen Spieler aus der zweiten Mannschaft erwirken mussten, dann sieht man, wie schwierig die personelle Situation ist und wie schwierig es für die Truppe heute war. Die Truppe hat das heute hervorragend gemacht.”

FSV Salmrohr – SC Hauenstein 4:1 (1:1)
FSV Salmrohr: Sebastian Grub, Lars Schäfer, Pascal Meschak, Dominik Zwick, Daniel Petersch, Daniel Schraps, Dominik Kinscher, Alexander Adrian, Robin Mertinitz (88. Daniel Braun), Matondo Makiadi (72. Sebastian Schäfer), Julian Bidon – Trainer: Jörg Stölben, Uwe Schüller
SC Hauenstein: Raphael Marhöfer, Sandro Rösner, Felix Burkhard, Paul Guillaume, Max Knorn, Marco Krucker (77. Eric Veth), Patrick Brechtel, Florian Cordier, Daniel Geiger, Milot Berisha (46. Dennis Krob), Daniel Schattner (68. Michael Bittner) – Trainer: Sascha Hildmann
Schiedsrichter: Timo Klein (Wiebelskirchen) – Zuschauer: 261
Tore: 0:1 Florian Cordier (11.), 1:1 Pascal Meschak (12.), 2:1 Julian Bidon (71.), 3:1 Dominik Kinscher (74.), 4:1 Sebastian Schäfer (92.)

Quelle: Fupa.net – Sven Eisenkrämer